Das Geld verdienen im Network Marketing ist für viele der nächste logische Schritt, nachdem sie verstanden haben, wie man ein seriöses Network Marketing von einem illegalen Schneeballsystem unterscheidet. Dieses Wissen gibt dir Sicherheit.
Doch jetzt kommt die Frage, die das Herzstück jeder unternehmerischen Reise ist: „Wie genau funktioniert das mit dem Geld?“
Vielleicht hast du schon mal einen dieser „Vergütungspläne“ gesehen – ein Labyrinth aus Zahlen, Boxen und Prozenten, das mehr abschreckt als einlädt.
Atme tief durch. Wir entzaubern dieses Mysterium für dich. In Wahrheit basieren fast alle fairen Modelle auf zwei einfachen und verständlichen Säulen. Wenn du diese beiden verstanden hast, verlierst du nie wieder den Überblick.
Lass uns gemeinsam Klarheit schaffen.
Säule 1: Das direkte Einkommen durch Produktverkauf
Dies ist die einfachste und direkteste Art, Geld zu verdienen. Es ist die absolute Grundlage jedes legalen Geschäftsmodells im Direktvertrieb, wie auch der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland bestätigt.
So funktioniert es:
Als Vertriebspartner kaufst du Produkte vom Unternehmen zu einem vergünstigten Einkaufspreis (EP). Diese Produkte verkaufst du an deine Endkunden zum empfohlenen Verkaufspreis (VP).
Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen ist dein direkter Gewinn, auch Handelsspanne genannt.
Beispiel:
- Du kaufst ein Produkt für 80 € (Einkaufspreis).
- Du verkaufst es an einen Kunden für 100 € (Verkaufspreis).
- Dein direkter Gewinn (Handelsspanne) beträgt 20 €.
Dieses Prinzip ist identisch mit jedem klassischen Einzelhandelsgeschäft. Es belohnt deine Fähigkeit, Kunden für die Produkte zu begeistern und einen guten Service zu bieten.
Säule 2: Indirektes Geld verdienen im Network Marketing durch Teamaufbau
Hier liegt das große Potenzial, aber auch der Grund für die meisten Missverständnisse. Das indirekte Einkommen wird oft als „passives Einkommen“ bezeichnet, was irreführend ist. Es ist vielmehr ein Hebel-Einkommen: Du verdienst an den Umsätzen eines von dir aufgebauten und betreuten Teams.
So funktioniert es:
Du bringst anderen Menschen bei, wie sie ebenfalls Produkte verkaufen (Säule 1). Für diese Führungs-, Ausbildungs- und Motivationsarbeit zahlt dir das Unternehmen eine Provision auf die Produktumsätze, die von deinem Team generiert werden.
Wichtig: Du wirst nicht für das reine Anwerben von Menschen bezahlt! Du erhältst nur dann eine Provision, wenn in deinem Team Produkte an Endkunden verkauft werden. Dein Einkommen ist direkt an den Produktumsatz gekoppelt.
Stell es dir vor wie ein Franchise-System: Du bist der erfahrene Manager, der neue Filialleiter ausbildet. Du profitierst vom Erfolg deiner Filialen, weil du ihnen geholfen hast, erfolgreich zu sein.
Die „Währung“ des Systems: Was sind eigentlich Punkte (PV)?
In fast jedem Vergütungsplan stößt du auf Begriffe wie „Punkte“, „PV“ (Punktwert) oder „BV“ (Bonusvolumen). Das klingt kompliziert, hat aber einen einfachen Grund: Internationalität.
Ein Produkt, das in Deutschland 100 € kostet, kostet in den USA vielleicht 110 $. Um die Provisionen weltweit fair und einheitlich berechnen zu können, wird jedem Produkt ein fester Punktwert zugeordnet.
Beispiel: Ein Produkt hat einen Wert von 50 PV.
Egal, in welchem Land dieses Produkt verkauft wird, für die Provisionsberechnung zählen immer diese 50 PV. Am Ende des Monats wird dein gesamter Team-Umsatz in Punkten zusammengezählt und daraus deine Provision in deiner Landeswährung berechnet.
Die häufigsten Plan-Arten (vereinfacht erklärt)
Obwohl es viele Mischformen gibt, basieren die meisten Pläne auf drei Grundmodellen:
1. Unilevel-Plan: Du kannst unbegrenzt viele Partner in deiner ersten Ebene sponsern (wie die Speichen an einem Rad). Du erhältst Provisionen bis in eine bestimmte Tiefe (z.B. 5 oder 7 Ebenen). Sehr einfach zu verstehen.
2. Stufenplan (Stairstep/Breakaway): Du und dein Team können durch höhere Umsätze in Ränge aufsteigen (wie auf einer Treppe). Erreicht ein Partner aus deinem Team den gleichen Rang wie du, „bricht“ er als eigene Organisation weg (Breakaway), und du erhältst eine geringere, aber stabile Provision auf dessen riesigen Gesamtumsatz. Belohnt den Aufbau von Führungskräften.
3. Binär-Plan: Du baust nur zwei Teams (oder „Beine“) auf, ein linkes und ein rechtes. Neue Partner werden immer unter diesen beiden Beinen platziert. Du wirst in der Regel auf den Umsatz des schwächeren Beines bezahlt. Fördert die Teamarbeit, da auch Partner über dir neue Leute in dein Team einschreiben können.
Du musst kein Mathematiker sein, um einen Vergütungsplan zu verstehen. Der Schlüssel zum **Geld verdienen im Network Marketing** liegt darin, die Grundlagen zu prüfen:
- Steht der Produktverkauf an Endkunden im Mittelpunkt? (Säule 1)
- Belohnt der Plan den Aufbau und die Unterstützung eines Teams, das ebenfalls Produkte verkauft? (Säule 2)
- Ist der Plan transparent und verständlich erklärt?
Ein guter Vergütungsplan ist ein faires Werkzeug, das echten Fleiß und Engagement belohnt. Ein schlechter Plan verschleiert, dass nur die an der Spitze wirklich profitieren. Mit dem Wissen aus diesem Artikel bist du nun in der Lage, den Unterschied zu erkennen.
